Warum verdiene ich so wenig, obwohl ich gut bin?
Du lieferst hervorragend ab, deine Kundinnen sind zufrieden, und am Monatsende steht trotzdem wenig da. Das ist kein Können-Problem. Es ist ein anderes.
Die unangenehme Antwort
Gut sein und verkaufen sind zwei verschiedene Fähigkeiten. Bezahlt wird die zweite.
Das klingt erstmal ungerecht, und ich hab lang gebraucht, das zu schlucken. Aber schau dir an, wer in deinem Umfeld gut verdient. Meistens nicht die, die am besten liefert. Sondern die, die am klarsten sagen kann, was jemand davon hat.
Vier Arten, Geld zu verdienen
Es gibt grob vier Stellen, an denen man in einem Geschäft stehen kann:
Du machst die Sache. Du schneidest die Haare, schreibst den Text, machst die Buchhaltung, hältst das Coaching. Handarbeit. Wird am schlechtesten bezahlt, egal wie gut du bist.
Du hältst ein Team zusammen. Du koordinierst, dass andere die Sache machen. Wird besser bezahlt.
Du verkaufst die Sache. Du machst sichtbar, was jemand davon hat, sodass sie es haben will. Wird deutlich besser bezahlt.
Du erfindest die Sache. Du baust was, das es vorher nicht gab. Nach oben offen.
Die meisten Frauen, mit denen ich arbeite, stehen auf der ersten Stufe und wundern sich. Sie werden immer besser in ihrer Sache — und verdienen trotzdem nicht mehr. Weil Besserwerden auf Stufe eins nicht auf Stufe drei führt.
Warum mehr Können nicht hilft
Noch eine Ausbildung. Noch ein Zertifikat. Noch ein Methodenkoffer.
Das fühlt sich nach Fortschritt an, weil es Arbeit ist und weil du dabei tatsächlich besser wirst. Nur ändert es nichts an dem Punkt, an dem es hakt. Deine Kundin kann gar nicht beurteilen, ob du die dritte Ausbildung gemacht hast. Sie kann nur beurteilen, ob sie versteht, was sie davon hat.
Ich hab mal jemanden sagen hören: Dein Geld ist in deren Tasche. Der einzige Weg, es da rauszubekommen, ist, ihnen etwas zu geben, das sie mehr wollen als das Geld. Nicht mehr Fleiß. Nicht mehr Können. Etwas, das sie wollen.
Der Denkfehler beim Wort „wollen"
Und hier passiert der Fehler, der fast alle kostet: Wir liefern den Wert, den wir für wertvoll halten.
Du weißt, dass die Grundlagenarbeit das Wichtigste ist. Also verkaufst du Grundlagenarbeit. Deine Kundin sucht aber nach dem, was sie als ihr Problem erlebt — und das klingt völlig anders. Sie tippt nicht „Positionierung" ein. Sie tippt ein, warum sich ihr Angebot nicht verkauft.
Du kannst ihr am Ende trotzdem die Grundlagen geben. Aber die Tür, durch die sie hereinkommt, muss ihre sein, nicht deine.
Der Test: Nimm die letzten zehn Nachrichten, in denen dir wer sein Problem geschildert hat. Schreib die Sätze wörtlich ab, mit ihren Wörtern. Wenn keiner davon auf deiner Seite steht, hast du deine Antwort.
Verkaufen ist nicht, was du denkst
Der zweite Grund, warum Frauen auf Stufe eins bleiben, ist nicht Unwissen. Es ist Widerwille.
Uns wurde beigebracht, dass Verkaufen was Schmutziges ist. Aufdringlich. Unangenehm. Etwas, das man tut, wenn das Produkt nicht gut genug ist, um für sich zu sprechen.
Nur spricht kein Produkt für sich. Das ist eine tröstliche Lüge.
Verkaufen heißt: so klar sagen, was jemand davon hat, dass sie ihr Geld gern hergibt. Mehr nicht. Wenn du das schmutzig findest, findest du eigentlich schmutzig, dass Leute für Dinge bezahlen — und das glaubst du bei anderen ja auch nicht.
Ich verkaufe gern. Nicht widerwillig, nicht „auch noch". Das ist die Sache, die den Unterschied gemacht hat, und ich sag sie inzwischen laut, weil sie sonst keine sagt.
Was du morgen tun kannst
Schreib einen Satz auf, der nur das Ergebnis benennt. Nicht deine Methode, nicht dein Ablauf, nicht deine Ausbildung. Was ist danach anders? Wenn du dafür mehr als zwei Sätze brauchst, ist es noch nicht klar.
Nimm ihre Worte, nicht deine. Aus den Nachrichten, die du eh schon hast.
Und dann sag es an einem Ort, wo jemand danach sucht. Nicht in einem Feed, in dem gerade niemand was kaufen will.
Das ist kein Persönlichkeitsumbau. Das ist eine Fähigkeit, und Fähigkeiten kann man lernen.
Carina Anna Prav
Limitless Selling · Online-Business ohne tägliches Posten
Vierzig Pins. Ein Nachmittag.
So kommen 3.067 € im Monat zusammen.
Und im Papier steht der exakte Bauplan dazu: zwölf Hook-Muster zum Anpassen, ein fertiger Text zum Abschreiben, wie du Suchwörter verwendest und sechs Wochen zum Abhaken. 36 Seiten, 47 €, sofort als PDF. Beispielrechnung, kein Versprechen.