Ist Pinterest sinnvoll für Coaches?
Pinterest ist keine Bühne, sondern eine Suchmaschine mit Bildern. Das entscheidet, für wen es funktioniert. Hier steht, woran du vorher erkennst, ob du dazugehörst.
Die kurze Antwort
Ja, wenn Menschen dein Thema eintippen. Nein, wenn niemand danach sucht.
Das klingt banal, ist aber der ganze Unterschied. Auf Instagram entscheidet ein Algorithmus, wem du gezeigt wirst. Auf Pinterest entscheidet jemand selbst, dass sie etwas wissen will, und tippt es ein. Du musst nicht beliebt sein. Du musst zur Frage passen.
Warum Pinterest nicht ist, wofür die meisten es halten
Pinterest wird als Social Media geführt und in der Praxis wie eine Suchmaschine benutzt. Menschen kommen mit einer Absicht: eine Frage, ein Vorhaben, ein Problem. Sie folgen dort kaum jemandem, sie suchen.
Daraus folgt dreierlei, und alles drei ist für dich günstig:
Niemand muss dich vorher kennen. Der Weg vom Fremden zur Leserin dauert einen Klick, nicht sechs Wochen Anwesenheit.
Ein Pin hört nicht auf zu arbeiten. Ein Beitrag hat seine Reichweite nach etwa achtundvierzig Stunden hinter sich. Ein Pin wird noch gefunden, wenn du ihn längst vergessen hast — bei mir bringen Pins aus dem letzten Jahr immer noch Menschen auf meine Seite.
Es gibt keine Anwesenheitspflicht. Zwei Wochen Urlaub kosten dich auf Pinterest nichts.
Für wen es sich rechnet
Pinterest funktioniert dort, wo Menschen ein konkretes Vorhaben haben und dafür Anleitung suchen. Wenn deine Kundinnen bei Google Fragen zu deinem Thema stellen, stellen sie sie auch bei Pinterest.
Gut aufgehoben bist du, wenn dein Thema eine dieser Formen hat:
- Es lässt sich in eine Frage übersetzen. „Wie schreibe ich eine Stellenanzeige, auf die sich jemand meldet?" ist eine Frage. „Mehr Leichtigkeit im Business" ist keine.
- Es hat eine Vorher-Nachher-Kante. Steuern, Ernährung, Bewerbung, Beziehung, Website, Verkauf, Organisation, Gesundheit, alles, was ein Vorher und ein Nachher hat.
- Es wird geplant. Menschen suchen dort, bevor sie etwas tun. Hochzeit, Umzug, Selbstständigkeit, Ernährungsumstellung.
Für wen nicht
Sei bei dir selbst ehrlich, das spart dir Monate:
Wenn dein Thema keinen Suchbegriff hat. Manche Arbeit ist echt und wertvoll und trotzdem etwas, das niemand eintippt, weil die Kundin gar nicht weiß, dass es das gibt. Dann ist Suche der falsche Kanal, und Empfehlung ist der richtige.
Wenn du sofort Umsatz brauchst. Suche ist langsam. Die ersten Pins brauchen Wochen, bis sie greifen. Wer diesen Monat Geld braucht, ruft alte Kundinnen an — das ist kein Rückschritt, das ist das schnellere Werkzeug.
Wenn du nur die Plattform tauschen willst. Wer Pinterest wie Instagram benutzt, hat nichts gewonnen, nur schlechter. Täglich pinnen bringt weniger als vierzig Pins, die zu Suchanfragen passen.
Der Test vor dem Start
Zehn Minuten, keine Anmeldung nötig.
Öffne Pinterest und tippe in das Suchfeld ein, was deine Kundin eintippen würde. Nicht deinen Fachbegriff — ihre Worte. Achte auf zwei Dinge:
Ergänzt Pinterest deine Eingabe? Unter dem Suchfeld erscheinen weitere Wörter. Das sind echte Suchanfragen anderer Menschen. Wenn dort etwas erscheint, wird dein Thema gesucht.
Was zeigt die Trefferliste? Wenn dort fast nur amerikanische Ergebnisse stehen und kaum deutsche, hast du ein Feld mit wenig Wettbewerb vor dir. Das ist keine schlechte Nachricht.
Findest du gar nichts, prüf zwei, drei andere Formulierungen, bevor du das Thema verwirfst. Oft liegt es am Fachwort.
Was Pinterest nicht kann
Es bringt Menschen auf deine Seite. Was dort passiert, entscheidet nicht Pinterest, sondern du.
Genau daran scheitern die meisten. Sie bauen Pins, die funktionieren, und schicken die Menschen auf eine Startseite, auf der nichts zu holen ist. Der Klick ist da, die Wirkung verpufft, und danach heißt es, Pinterest bringe nichts.
Es braucht drei Dinge hinter dem Pin: eine Seite, die eine Frage vollständig beantwortet, etwas Kleines zum Kaufen und ein Feld für die E-Mail-Adresse. In dieser Reihenfolge gebaut, nicht gleichzeitig.
Was du heute tun kannst
Schreib eine einzige Frage auf, die du vollständig beantworten kannst — eine, die deine Kundin so eintippen würde. Tipp sie bei Pinterest ein. Sieh nach, ob sie ergänzt wird.
Das ist der ganze Test. Alles Weitere kommt danach.
Alle Zahlen sind Erfahrungswerte und Größenordnungen, keine Zusicherung.
Vierzig Pins. Ein Nachmittag.
So kommen 3.067 € im Monat zusammen.
Und im Papier steht der exakte Bauplan dazu: zwölf Hook-Muster zum Anpassen, ein fertiger Text zum Abschreiben, ein Verfahren für Suchwörter und sechs Wochen zum Abhaken. 36 Seiten, 47 €, sofort als PDF. Beispielrechnung, kein Versprechen.
Carina Anna Prav
Limitless Selling · Online-Business ohne tägliches Posten
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